Archiv der Kategorie ‘Gedichte‘

Gedichteturnus XV: Berlin am Meer

Sonntag, den 23. Dezember 2007

«Berlin am Meer», das hat sich bereits 1927 Theobald Tiger alias Kurt Tucholsky gewünscht. Der Schriftsteller hätte am liebsten auf der einen Seite seiner Wohnung die Friedrichstraße gehabt und auf der anderen die Ostsee. Ideal und Wirklichkeit klaffen indes bisweilen in einer Diskrepanz unseres beschaulichen L(i)ebens auseinander, als dass blanke Frustation einer um sich greifenden […]

Gedichteturnus XIV: “Der Brief aus Amerika”

Sonntag, den 2. Dezember 2007

Liest man ein Werk von Max Frisch, so beschleicht einen stets der Verdacht, dass man ein Eindringling in der von Frisch gedachten Szenerie ist. Er lässt Dich teilhaben an seiner Kunst der versteckten Klarsicht, seines stream of consciousness. Doch die Gedanken führen niemals hinter die von ihm errichtete Barriere; seine Technik scheint stets bedacht und […]

Gedicht: Der Stein

Montag, den 26. November 2007

Heute steht wiedermal ein Lesergedicht auf dem Blogprogramm. Veröffentlicht wird eins meines geschätzten Dichterkollegen Dominik Baudner, das ich nicht nur der Form wegen sehr originell finde. Um so formvollendet dichten zu können wie er, müsste meinereiner lange üben, ehe er es derart fliessen lassen kann, ohne der auszufüllenden Reimform geschuldet nachzudichten. Dominik kann jedenfalls auf […]

Gedichteturnus XIII

Sonntag, den 25. November 2007

Dein bester Freund
Solltest Du Dich einsam fühlen,
verlassen und ganz allein,
solltest Du Hilfe brauchen,
würde gern für Dich da sein.
Sollte Dir an Liebe fehlen,
solltest Du Dich langweilen,
brauchst Du einen zum Reden,
würde mich zu Dir eilen.
Solltest Du eine Schulter brauchen,
um Dich einfach auszuweinen,
brauchst Du etwas Aufmunterung,
ruf mich, ich werde erscheinen.

Der Baufritze

Gedicheturnus XII

Sonntag, den 18. November 2007

Der Gedicheturnus heute wieder einmal mit einem Gedicht aus meiner Lieblingserzählung Der Freund und der Fremde von Uwe Timm. Ein Roman mit einem schönen Erzählanfang, der mir einmal mehr bewusst macht, dass wir kaum mehr über einen Menschen wissen werden, als jenes, was wir in den ersten Minuten einer Begegnung über ihn erfahren. Mitunter ein […]

Gedichteturnus XI

Sonntag, den 11. November 2007

NebellebeN
Ehemaliges im Einmaligen
als Schlaflied unter Ozeanen?
berauscht durch Wassersymphonie
wogt sanft hinweg den Lethefaden
webt im Wellenmeer die Narrenkrone
Menschenspötter!
Dominik Baudner, 07.11.07

Gedichteturnus X

Sonntag, den 4. November 2007

Ab sofort soll er wieder regelmäßiger erscheinen: der Gedichteturnus. Wie gehabt als lyrisches Wort zum Sonntag. Heute mit einem Gedicht von Hans Erich Nossack anlässlich seines dreißigsten Todestages. Nossack, der in seinen Tagebüchern Zeilen wie diese vermerkte, be- vorzugte lebenslang ein wechselseitig oktroyiertes Außenseiterdasein:
»Jeder Künstler ist ein geborener Junggeselle. Daran ändert nichts, dass gerade Künstler […]