Gedichteturnus XIII
Dein bester Freund
Solltest Du Dich einsam fühlen,
verlassen und ganz allein,
solltest Du Hilfe brauchen,
würde gern für Dich da sein.
Sollte Dir an Liebe fehlen,
solltest Du Dich langweilen,
brauchst Du einen zum Reden,
würde mich zu Dir eilen.
Solltest Du eine Schulter brauchen,
um Dich einfach auszuweinen,
brauchst Du etwas Aufmunterung,
ruf mich, ich werde erscheinen.
Der Baufritze
Am 25. November 2007 um 23:04 Uhr
Was für ein Versmaß ist das eigentlich: der vierstottrige Roibusch?
Am 26. November 2007 um 00:52 Uhr
Dichtung und Lyrik sind meines Ermessens nach zwei ziemlich unterschiedliche Begriffe. Es hat von jeher eine Sorte Lyrik gegeben, bei der die Frage nach dem Kunstwert wenig aussagekräftige Antworten liefert. Insofern möchte ich diese Verse Gebrauchslyrik nennen. Weiteren Fragen stellt sich sicherlich gerne auf Anfrage der Autor selbst.
Am 26. November 2007 um 02:47 Uhr
Der Reiz des Gedichts liegt gerade in seiner Formabweichung. Man muß es mehrmals lesen, um es zu verstehen. Die Form hindert nur im ersten Moment, beim zweiten Mal ist sie wunderbar. Eigentlich ist es kein Gedicht, eher ein “stummes Gebet”, ein Hilferuf in Gedanken gesprochen. Das Versmaß verdeutlicht hier besonders die Spontaneität des Gedanken, den fragilen Moment.
Am 26. November 2007 um 02:50 Uhr
@Dominik: Ich kann Dir nur zustimmen. Schön, dass nicht nur ich dieses “stumme Gebet” als eine Art (im doppelten Sinne des Wortes) Bereicherung meines sonntäglichen Gedichteturnus empfinde.