Dichtersymposium: Der tote Salamander im Winterstaub
Winterstaub und “Carpe - Ego”, beides Produkte unseres kleinen Symposiums im Luxemburger Stadtpark. Man muss sich ja schließlich auch von “Fremdem” inspirieren lassen. Zwei “Wortcollagisten”. Der eine dichtet, der andere parabolisiert. Gemeinsam entstand so ein literarisches hors-d’œuvre hinsichtlich der angestrebten Koproduktion.
Winterstaub
Die Sonne scheint in schwarzem Licht
wenn Sommers End´am Tage bricht
wärmend Strahlen leuchten rot
denn es wird Zeit, das Jahr ist tot
Das Leben scheint sich tief zu ducken
wenn Bäume stöhnen, ächzen, zucken
ihre Sommerlast verwerfend
schwere Winterwaffen schärfend
Der Herbstesturm als toter Schnitter
den Menschen stets ein Todesritter
Blutzoll ist das feuchte Laub
bereitet vor den Winterstaub.
- Dominik Baudner
Luxemburg, Oktober 2007
Der tote Salamander
Der Herbst schleicht sich ins Leben der Menschen. Schon beginnt man sich für die Kälte zu rüsten. Wintermäntel haben Konjunktur. Dabei ist es erst der Zehnte. Hofft denn so niemand mehr, der Sommer gäbe noch ein letztes Gastspiel? Herr Salamander wärmt sich noch ein letztes Mal. Scheint er Verbrennung, wie schon den Sommer über, nicht zu scheuen? Wer genau hinhört, bemerkt sein leises Ächzen: »Carpe – ego!« Denn er braucht die Wärme, um den Winter überstehen zu können. Ist die Verbrennung jetzt stärker als gedacht? Es ist Herbst.
Der Sarkophag des Sommers ist geöffnet. Letztlich die Gewissheit und die Furcht darum, treibt Salamander ins bittersüße Herbstinferno. Die Hoffnung auf den nächsten Sommer hat er indes verloren. Das Spiel ist aus. Es wiederholt sich, was sich wiederholen muss. »Nur ohne mich« denkt sich Herr Salamander und verlöscht.
- Johannes Pütz
Luxemburg, Oktober 2007
The Poetry of War
As worlds do crumble down to dust
and shipwrecks rot in autumn´s rust
So do men´s hopes in outer space
when they confront Grim Reaper´s face
In struggles huge and far extended
for gold and silver absolute
voracity and death suspended
in fights of glory resolute
The waves of war pervade our homes
through vacuume casted oceans creep
dismantle, depurate, dispatch our bones
to far expanded quiescence deep
No friends we´ll meet but stars encased
by pusling breathless energy
a flickering glimpse of what we´ll be,
phantasmal, spectral, drained and dazed
- Dominik Baudner
Trier, September 2007
Am 9. Oktober 2007 um 01:33 Uhr
h’ordeuvre schreibt sich hors-d’œuvre.
Am 9. Oktober 2007 um 10:25 Uhr
Danke für den Hinweis! Fehler ist korrigiert.
Am 9. Oktober 2007 um 17:13 Uhr
keine ursache