Das Fernsehen ist tot, es lebe das Fernsehen!

Es sind Sternstunden deutscher Fernsehunterhaltung, wenn jemand wie Marcel Reich-Ranicki das Wort an die Nation richtet.

MRR lehnt den Deutschen Fernsehpreis ab und kritisiert das lächerliche Prozedere des stundenlangen Sich-selbst-Beweihräuchern.
Unvergessen auch sein Durchdeklinieren des Wortes Ficken: »ich werde ficken, ich habe gefickt, wir werden ficken, ich bin gefickt (worden), die Welt ist eine Fickerei, das einzige Glück ist das Ficken«²…
Herrlich, einfach herrlich. Pure fucking. Weiter so, Maestro! :D

Absolut empfehlenswert in diesem Zusammenhang auch der legendäre Krach im Literarischen Quartett. Ich empfehle insbesondere die Passagen, wo MRR mit Sigrid Löffler über Männerphantasien streitet ;-)

²REICH-RANICKI, MARCEL et al., „Literaturkritik als Spontanitätsleistung. Das literarische Quartett über Michael Köhlmeiers »Kalypso«“. In: wespennest, Nr 111/1998: KRITIK, S. 53-56, S. 53.

3 Reaktionen zu “Das Fernsehen ist tot, es lebe das Fernsehen!”

  1. Michael König

    Recht hat er :), müsste jeder so ehrlich sein.

  2. Vera Cornette

    Reich-Ranicki hatte seine eigene Show in der Show, und die wirkte ziemlich performt. Er wollte nur spielen, und hat mitgespielt. Weil das deutsche Fernsehen Reich-Ranicki nicht gefällt, ist es nicht zwangsläufig schlecht… aber eine Diskussion über Qualität kann ohnehin nie schaden.

  3. Daniel W.

    Mich erinnert MRR immer an HRR (= Heiliges Römisches Reich), alt, erwürdig, aber in den entscheidenden Dingen dann doch machtlos… Das Fernsehen wird sicherlich dadurch jetzt nicht besser.

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