Uwe Jun zum Rücktritt Münteferings im SWR

Der Trierer Politikwissenschaftler Prof. Dr. Uwe Jun ist im Interview mit dem SWR zum heutigen Rücktritt von Franz Müntefering zu hören.

Voila, vier Minuten:

Dort gibt Uwe Jun seine Einschätzung darüber ab, was Münteferings Amtsniederlegung in seiner Doppelfunktion als Vizekanzler und Bundesarbeits- und Sozialminister für die Arbeit der Großen Koalition und das Gewicht Kurt Becks in der Berliner Regierungspolitik bedeutet.

2 Reaktionen zu “Uwe Jun zum Rücktritt Münteferings im SWR”

  1. Moby

    Franz Münteferings plötzlicher Rückzug aus der aktiven Politik scheint mir nicht nur persönliche Gründe zu haben. Bei allem Respekt für seine aktuelle familiäre Situation, aber eine solche Meldung wenige Stunden nach einer weiteren gescheiterten Koaltitionsrunde ist schon recht auffällig. Müntes Leitthema, der Postmindestlohn, wurde wieder einmal von der Kanzlerin abgeschmettert, in den eigenen Reihen hat er lediglich die Unterstützung nach außen hin (nach innen war diese schon vor dem Parteitag verschwunden).
    Diese neue Situation ist für beide Koalitionspartner prekär:
    Die SPD verliert mit Franz Müntefering ein kämpferisches Schlachtross, einen Ur-Sozialdemokraten der alten Schule, von denen es in der SPD nur noch wenige gibt.
    Die Union verliert daneben einen letzten Stabilitator in der Regierungsarbeit. Der Wind für Angela Merkel wird in den nächsten Wochen noch etwas rauher werden, wenn Kurt Beck seine Profilierungskampagne vortsetzen und seine neue Machtstellung zu festigen versuchen wird.
    Schon fast mit Galgenhumor muss man die “neuen” Personalwanderungen der SPD auffassen, denn mit Olaf Scholz wird nicht gerade der populärste und rhetorisch-versierteste Kandidat an die Front gesendet. Aber wen sollte die SPD auch schicken? Ich warte auf den sich “anbahnenden” Rücktritt von (Bahn)Verkehrsminister Tiefensee. Nachfolger? Mein Tipp: Heiko Maas aus dem Saarland. ;)

  2. Moby

    Warum geht Beck nicht nach Berlin?

    1. In Rheinland Pfalz ist es doch viel schöner! (Naja…) Hier nervt ihn morgens keine Angie mit immer neuen Kompromissforderungen und das Stressrisiko ist geringer.

    2. So unlogisch es klingt: Man hat als Parteivorsitzender OHNE Regierungsposten größere Macht als mit Ministerstellung! Denn der Kabinettsdisziplin will sich Kurti nicht unterordnen.

    3. Beck kann weiterhin gegen die große Koalition wettern! Da er nicht in der Verantwortung steht, rechnet er sich bei weiteren lausigen Kompromissen bessere Argumentationschancen im Wahlkampf aus.

    Das kann aber auch nach hinten losgehen: Wenn Frank-Walter Steinmeier seine Machtstellung innerhalb der Regierung ausbaut und zur tragenden Säule der Koalition wird, kann Beck Schwierigkeiten bekommen, sich gegen ihn bei der Kanzlerkandidatenfrage durchzusetzen. Außerdem könnte Beck in der Regierung nicht nur tolle Reden schwingen, sondern endlich mal die Probleme in Deutschland anpacken. Aber das will er dann wohl erst in 2 Jahren machen…

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