Wissenschaft 2.0: Kinder des digitalen Zeitalters
Ja, das sind wir. Oder vielleicht doch erst die Generation nach uns?
[via Schnutinger]
Heutzutage sucht wohl keiner von uns mehr eine analoge Bibliothek auf, ohne sich vorher im Netz einen thematischen Überblick verschafft zu haben. Google Scholar sei Dank, finden sich dabei durchaus brauchbare Literaturhinweise. Erste wissenschaftliche Studien hier und hier über das Konzept von Google Scholar und Windows Live Academic Search belegen den Erfolg dieser “Kulturindustrie im Netz” [sic!]. Das Academic Invisible Web (AIW) wird publikumsfreundlich aufbereitet. Krethi und Plethi digitalisieren heute alles und jedes für uns und wir für sie. Kaum eine Anfrage in einer der unzähligen Suchoptionen bleibt erfolglos. Eine vielversprechende Ergänzung zu den wissenschaftlichen Intra-Datenbanken?

Am 18. August 2007 um 12:22 Uhr
Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich nutze Google Scholar überraschend selten, eigentlich fast nie. Bislang erst für eine Hausarbeit benutzt und da habe ich dort auch keinen Artikel gefunden, den ich letztlich wirklich verwendet habe. Alles andere habe ich immer über die verschiedensten Datenbanken der Bibliothek gesucht und glücklicherweise auch immer genug gute Sachen gefunden. Dann allerdings gelegentlich auch übers Internet, bspw. über findarticles.com… Wenn du Titel und Autor hast, definitiv mein Favorit. Bei Google denkt man sich eben irgendwie auch immer… aaach, muss ich das jetzt wirklich über Google machen? Gibts da keine Alternative?
Am 31. August 2007 um 02:10 Uhr
NACHTRAG, der mir bei der Recherche zu meiner literaturwissenschaftlichen Hausarbeit (über die ich bisher hier und hier gebloggt habe) in die Hände fiel:
“AUSSCHAU NACH DEN »KINDERN DES WISSENSCHAFTLICHEN ZEITALTERS«
Von den »Kindern des wissenschaftlichen Zeitalters« spricht Brecht im KLEINEN ORGANON FÜR DAS THEATER. »Wenn wir nämlich Umschau halten nach einer Unterhaltung unmittelbarer Art, einem umfassenden, durchgehenden Vergnügen, das unser Theater uns mit Abbildungen des menschlichen Zusammenlebens verschaffen könnte, müssen wir an uns als an die Kinder des wissenschaftlichen Zeitalters denken.« (GBA 23, 70) Der folgende Satz erläutert, was unter diesem Zeitalter zu verstehen ist: »Unser Zusammenleben als Menschen - und das heißt: unser Leben - ist in einem ganz neuen Umfang von den Wissenschaften bestimmt.« Es ist dies eine Zeit, wie Brecht in den Nachträgen von 1954/55 präziert, »wo man Kenntnisse erwirbt, um sie zu möglichst hohem Preis weiterzuverkaufen, und wo selbst ein hoher Preis denen, die ihn zahlen, noch Ausbeutung gestattet« (23, 289). Das scheint unmittelbar zur Gegenwart zu sprechen. Redet man nicht landauf, landab von der »wissensbasierten Ökonomie« oder sogar von der »Wissensgesellschaft«? Heißt es nicht von der Neuen Ökonomie, dass in der »Wertschöpfungskette« der Löwenanteil der Wissensproduktion geschuldet sei? - Da wir uns nun mitgemeint fühlen dürfen, mag uns das Gedankengeflecht interessieren, in das Brechts Vorstellung vom wissenschaftlichen Zeitalter eingetragen ist.”
zitiert nach: Wolfgang Fritz Haug, in: Brechts Glaube - Brecht-Dialog, Theater der Zeit, Literaturforum im Brecht-Haus, Berlin 2002, S. 95.
Am 10. September 2007 um 11:00 Uhr
Schon witzig, wo man überall zufällig über seine eigenen Cartoons stolpert