Das Mediensystem Schröder im Raumschiff Berliner Republik
Er sitzt in sich ruhend am Tisch, spricht mindestens so elaboriert wie im Fernsehen und scheint in nahezu jedem Augenblick des Gesprächs präsent. Selten hat jemand meine Aufmerksamkeit derart gefesselt. Selten habe ich denn auch jemand derart konzentriert zugehört, was politische Positionen, Argumente und Sachverhalte betrifft. Um eine Antwort auf jedwede Frage scheint er, der gebürtige Braunschweiger, jedenfalls nicht verlegen. Erst einen Tag später in der Bundespressekonferenz wird er den anwesenden Journalisten drei Fragen lang konkrete Antworten schuldig bleiben.
Pütz, Johannes [2008]: Kuckucksreisen unter drei: Berlin im Sommer - ein medi(en)terranes Märchen. In: Jowinal[Weblog], Onlinepublikation: http://jowinal.de/medien/kuckucksreisen-unter-drei-berlin-im-sommer-ein-medienterranes-marchen/. Abrufdatum: 11.03.2010.
Dann stehst Du eines Morgens wieder an der Spree während nach einer immer noch nicht enden wollenden Partynacht die Sonne über dem Hauptstadtfirmament aufgeht. Ein Gefühl des schieren Glücks übermannt mich dann jedes Mal. Ab heute werde ich endlich mal wieder für einige Tage Berliner Luft schnuppern. In den Tag hinein bummeln, endlos im Prenzl’berg brunchen, im St. Oberholz chillen, bei Monsieur Vuong schnabulieren, abends in einer der zahlreichen Cocktailbars abhängen und nachts meinen Subkulturhorizont um das Weekend, das Watergate, die Panoramabar oder den Tresor erweitern. Diesmal wird es ein ganz besonderes Erlebnis werden. Nicht nur das mir noch nicht bekannte Clubs (dem Bpitchcontrol-Guide folgend) abgecheckt werden: ich werde zusammen mit meinen besten Freunden auf die Piste gehen und meinen Geburtstag zeitgleich zur Berlinale feiern. Unser Programm ist demnach weit mehr als vielversprechend. Ich bin wahnsinnig gespannt und freu mich wie Bolle.
Marketing und Werbung, das sind seine Steckenpferde. Das Feedback dieser community bestärkt Michael Groß kreative Ideen mit innovativen Formaten zu verquicken. Die Abrufzahlen des Videos sprechen für sich. Interessiert Näheres über die Story und die Hintergründe zu erfahren? Bitte hier entlang!
Im Blogpiloten-Channel habe ich dieses Video zur Netzpolitik entdeckt, dass sowohl für Einsteiger als auch Fortgeschrittene interessant sein dürfte. Ein kurzer Inhaltsüberblick:
Was bringt das Web2.0 der Politik?
Bietet das Netz Einflußmöglichkeiten für kleine Organisationen?
Welche Mitmachmöglichkeiten bietet das Web2.0?
Wiki, Blog, Podcast, Social Networks
Wie lässt sich virtuelle Politik in reale Politik transformieren?
Gelten im Netz die gleichen Regeln wie in der realen Welt?
Was bringen mobile devices für die politische Organisation?
Markus Beckedahl erklärt hier die einzelnen Aspekte der politischen Kommunikationskultur netzwerkbasierter Medien sehr verständlich und nachvollziehbar. Dabei verordnet und rahmt er das jeweilige Thema auch kurz im Web2.0-Dschungel. Einfach mal reinschauen lohnt sich.
«Sie behaupteten alle, dieser Tag würde nie kommen. Sie sagten, wir griffen zu hoch, das Land sei zu polarisiert. Aber in dieser Januarnacht, in diesem geschichtlichen Moment, habt ihr vollbracht, was die Zyniker für ausgeschlossen hielten. Ihr habt gezeigt, was in fünf Tagen in New Hampshire möglich ist, und was Amerika in diesem Jahr 2008 schaffen kann: Der Wechsel in Amerika steht vor der Tür!»
Obama zitiert nach Frankfurter Rundschau vom 05.01.08, S. 2
Die politische Kultur der Vereinigten Staaten von Amerika macht die Kandidatur eines Hoffnungsträgers wie die des Senators aus Illinois derart erfolgversprechend. Gerade in dieser demokratietheoretischen Perspektive können wir meines Ermessens noch viel von den USA lernen. Was einst mit den Kandidaturen der Kennedys in den Staaten verbunden wurde: die Vision eines weltoffenen, dialoggewillten und friedlichen Amerikas.
Klick vergrößert!
Visionen in der politischen Debatte sind sicherlich nicht alles. Jedoch könnte im Umkehrschluss formuliert werden, dass Politik ohne Visionen nahezu nichts ist. Denn wer wirklich gestalten möchte, der muss über den Tellerrand hinausschauen. Ein ganzheitliches Verständnis von Politik bedeutet für mich, die Menschen dort abzuholen, wo sie stehen. Allerdings auch, und insbesondere, sie auf einem Weg zu begleiten, der denn auch weit vielversprechender erscheint als in konservativen, ordoliberalen Denkstrukturen verhaftet zu bleiben. Barack Obama und sein Menschenbild ist ein Vorbild für eine gesellschaftliche Integration, wie ich sie mir auch in Deutschland wünsche.
Pütz, Johannes [2008]: Barack Obama: ein Demokrat mit Visionen. In: Jowinal[Weblog], Onlinepublikation: http://jowinal.de/medien/barack-obama-ein-demokrat-mit-visionen/. Abrufdatum: 11.03.2010.
«Berlin am Meer», das hat sich bereits 1927 Theobald Tiger alias Kurt Tucholsky gewünscht. Der Schriftsteller hätte am liebsten auf der einen Seite seiner Wohnung die Friedrichstraße gehabt und auf der anderen die Ostsee. Ideal und Wirklichkeit klaffen indes bisweilen in einer Diskrepanz unseres beschaulichen L(i)ebens auseinander, als dass blanke Frustation einer um sich greifenden Melancholie Raum beimisst; ja wäre da nicht die ungeheure Vorfreude und Hoffnung auf eine gewisse Stimmung, den viel beschworenen Flow des Glücks, welche Du mit Orten verbindest, an denen sich Deine Träume realiter abspielen: «Det is Berlin – janz schön crazy». Jeden Sommer mit Beginn der Semesterferien zieht es mich aufs Neue dorthin. Erst ausspannen an der Ostsee und dann ins vermeintlich hektische Hauptstadtleben. Die Sehnsucht sich selbst unmittelbar am Puls der Zeit zu spüren, an den Schlachtensee mit der S-Bahn zum Sonnenbaden raus zu fahren, die Karl-Marx-Allee entlang zu spazieren und in eine schier unerschöpfliche kulturelle Bandbreite zwischen Berliner Ensemble und Partyszene am Spreestrand einzutauchen. Nirgends ist dieses Lebensgefühl für mich präsenter als mittendrin in dieser Subkultur. Auch jetzt im Winter geht von ihr ein besonders faszinierender Reiz aus.
Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße;
mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,
vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn –
aber abends zum Kino hast dus nicht weit.
Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit:
Neun Zimmer, – nein, doch lieber zehn!
Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf stehn,
Radio, Zentralheizung, Vakuum,
eine Dienerschaft, gut gezogen und stumm,
eine süße Frau voller Rasse und Verve –
(und eine fürs Wochenend, zur Reserve) –,
eine Bibliothek und drumherum
Einsamkeit und Hummelgesumm.
Pütz, Johannes [2007]: Gedichteturnus XV: Berlin am Meer. In: Jowinal[Weblog], Onlinepublikation: http://jowinal.de/restrealitat/gedichteturnus-xv-berlin-am-meer/. Abrufdatum: 11.03.2010.