wider das Muckertum: Rheinland-falls Du mich hörst, Indie Stadt!

10. Dezember 2007

    «Wenn Sport der Bruder der Arbeit ist, dann ist Kunst die Cousine der Arbeitslosigkeit»

Das von Thomas Kapielskis adaptierte Motto der Berliner Band Die Türen zeugt von ihrer tiefen Verwurzelung im Alltag und ist alles andere als glamourös. So drückt der Song eine universelle Sehnsucht nach dem schier unerschöpflichen Abenteuer in der urbanen Metropole Indie Stadt aus, die viele dorthin treibt, wo sich ihre Träume und Sehnsüchte abspielen. Ja, wo der Herzschlag der Zeit pulsiert und Du Dir plötzlich nicht mehr als Gast in Deinem eigenen Leben begegnest; sondern auf Menschen triffst, in denen Du Gleichgesinnte erblickst - ohne großartig nach ihnen gesucht zu haben.

    Wer wächst eigentlich in Deutschland nicht in irgendeiner ländlichen Provinz auf? Fragt man Menschen in zum Beispiel Hamburg, München oder Berlin nach ihrem Geburtsort scheint die Antwort klar: Keiner.
    DIE TÜREN sind selbst in der westfälischen Provinz groß geworden und leben seit Jahren in Berlin, um dort festzustellen das Berlin wiederum aus verschiedenen provinziellen Gruppierungen besteht: den Pfälzern, den Schwaben, den Badensern, den Westfalen, den Designern, den Mitte-Leuten, den Kreuzbergern usw.
    Die Türen glauben aber immer noch an eine urbane Metropole in Deutschland: “Indie Stadt”: Weltoffen, herzlich, freundlich, neugierig, kommunikativ, sexy und vor allem eins: nicht ignorant.

    Dieser Song ist eine musikalische Postkarte. Eine Postkarte aus den Planet-Roc-Studios in Berlin-Köpenick.

    Blick über Indie StadtDenn hier haben DIE TÜREN ihr neues Album aufgenommen.


    Es ist das erfrischenste, sprachwitzigste, rockenste, groovende Rhythm & Blues-Album in deutscher Sprache seit Jahren geworden. Als hätten sich Curtis Mayfield, Eric Burdon, Rio Reiser und Udo Lindenberg in den 70er Jahren zusammen überlegt wie eine Band denn in der Zukunft so klingen könnte.
    ” [via Staatsakt]

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Gedichteturnus XIV: “Der Brief aus Amerika”

2. Dezember 2007

Liest man ein Werk von Max Frisch, so beschleicht einen stets der Verdacht, dass man ein Eindringling in der von Frisch gedachten Szenerie ist. Er lässt Dich teilhaben an seiner Kunst der versteckten Klarsicht, seines stream of consciousness. Doch die Gedanken führen niemals hinter die von ihm errichtete Barriere; seine Technik scheint stets bedacht und gewillt, den Leser zu schonen, ihm die schwärzesten Abgründe zu ersparen. Man kann zwar hineinschauen, das Hineinfallen bleibt jedoch aus, ist es doch Frisch, der uns an die Hand nimmt und uns den Abgrund entlang führt.

Montauk Leuchtturm

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Ganz anderes bei Kafka. Er versucht uns gar nicht zu schonen, im Gegenteil, man ist bereits über die Klippe hinausgegangen und fällt in einen gähnenden Abgrund, der uns unweigerlich Zugriff auf das Innerste gewährt. Er schont uns nicht, er kaschiert nicht, er ist frei von jeglicher Hemmschwelle. Man könnte sagen: «Liest man einen Kafka, so ist es bereits zu spät zum Entkommen». Man begegnet dem inneren Pan, er führt einen tiefer und tiefer ins Labyrinth, in welchem der Leser eine leichte Beute des Minotaurus wird.

MontaukMax Frisch

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Buzzword 2.0: What’s Twitter?

29. November 2007

Buzzword 2.0: Twitter

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Microblogging ist das Buzzword 2.0. Die einen machen es im Studivz, die anderen haben für sich eine der größten Online-Communities der Blogosphäre entdeckt: Twitter. Hier habe ich zum ersten Mal davon gehört. Bahnt sich dort gar ein Strukturwandel der Blogosphäre an? Vielleicht ein Grund, warum manche A-Blogger dieser Tage häufiger mit Microblogging in Twitter beschäftigt sind als mit neuen Beiträgen auf ihren Blogs anzutreffen sind. Geht ein Hype zu Ende und ein neuer beginnt? Bloggst Du noch oder twitterst Du schon? Ist Twitter ein Rückzug in die Anonymität oder eine neue Dimension von Öffentlichkeit 2.0? Fragen über Fragen. Grund genug, sich endlich mal mit Twitter zu beschäftigen und sich dort anzumelden. Gleich heute geht es los. Nach der Uni wird erstmal ein bisserl im Lübke gechillt, bevor dem iPhone sei dank, losgetwittert wird. Und hier zum Einstieg noch ein kleines

  • Video.

  • Nachlese: Workshop zu Web2.0 und politischer Kommunikation

    27. November 2007

    Heute vor einer Woche hat Steffen Büffel in Mainz auf Einladung der rheinland-pfälzischen SPD-Landtagsfraktion und des Arbeitskreises Medien und Multimedia zum Thema Web2.0 präsentiert. In seinem Vortrag hat er den rasanten Wandel in der Medienlandschaft anhand vieler anschaulicher Beispiele verdeutlicht und die sich hieraus ergebenden Chancen und Potentiale für die politische Kommunikation herausgearbeitet. Sein Vergleich mit dem user-generated fundraising des Präsidentschaftswahlkampfes in den Staaten hat aufgezeigt, dass trotz signifikanter Unterschiede zur politischen Kultur in Deutschland eine netzwerkmedienbasierte politische Kommunikation gerade auch hierzulande zusehends an Relevanz gewinnt. Mehr zum Thema ist in Steffen Büffels media-ocean nachzulesen. Bitte hier entlang.

    SPD 2.0: Workshop im Arbeitskreis Medien

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    Gedicht: Der Stein

    26. November 2007

    Heute steht wiedermal ein Lesergedicht auf dem Blogprogramm. Veröffentlicht wird eins meines geschätzten Dichterkollegen Dominik Baudner, das ich nicht nur der Form wegen sehr originell finde. Um so formvollendet dichten zu können wie er, müsste meinereiner lange üben, ehe er es derart fliessen lassen kann, ohne der auszufüllenden Reimform geschuldet nachzudichten. Dominik kann jedenfalls auf artifizielle Formvarianten diverser Reimschemata zurückgreifen, welche er spielerisch von jeher internalisiert zu haben scheint. Des Dichters Handwerkszeug beherrscht der Gute par excellence. Da fällt mir ein, wie lange ich schon kein Gedicht mehr geschrieben habe. Wobei naja, also einen ganzen Monat ist es her. ;-)

      Der Stein

      Ein Marmorstein wächst aus der Wand
      gleichsam Korallen aus dem Riff
      erwartet ächzend Meisters Hand
      Geburt ist fortan Todesschliff

      Der Erde ist er abgerungen
      verlässt das schützend Mutternest
      und wird alsbald zur Form gezwungen
      denn er hält Bilderwerke fest

      Gemeißelt durch bekannte Qual
      in stummen Schreien abgefeilt
      zerstört, gehackt zum Todesmal
      zum Winteracker hingeseilt

      Mit tiefen Rillen durchgeschunden
      markiert er letzte Ruhestätt
      bezwungen nur durch Eisenwunden
      bewacht sein eigen Totenbett

      In schwarz gekleidet immerzu
      auf krummen Wiesen aufgebahrt
      gefunden seine letzte Ruh
      im nassen Moose zugescharrt

      Dominik Baudner, November 2007


    Gedichteturnus XIII

    25. November 2007

    Dein bester Freund

    Solltest Du Dich einsam fühlen,
    verlassen und ganz allein,
    solltest Du Hilfe brauchen,
    würde gern für Dich da sein.

    Sollte Dir an Liebe fehlen,
    solltest Du Dich langweilen,
    brauchst Du einen zum Reden,
    würde mich zu Dir eilen.

    Solltest Du eine Schulter brauchen,
    um Dich einfach auszuweinen,
    brauchst Du etwas Aufmunterung,
    ruf mich, ich werde erscheinen.

    Der Baufritze


    Any friday: message from Julio about future

    23. November 2007

    Last week Julio was talking

  • here
  • about music, cinema and love. Today he will say anything about future.
    Check it out and have fun! :-)

    Attention!!! Take also a look at this links which Julio has mentioned in his tape:

  • Julios Image Campaign that will save Germany’s future
  • What’s wrong with these logos?


  • Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken &handeln! Willst du auch an der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos
und Materialien: