Reminiszenzen entlang Berliner Restrealitäten

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“Der Dichter und sein Denker” an der Siegessäule - quo vadis?

Ein kleiner hauptstädtischer Szenebericht über Stasi 2.0, rote Ostampelmännchen, weibliche Schnelldialektiererinnen aus Pankow, Ostalgika in der Karl-Marx-Allee und untergründige Gestalten am morgendlichen Spreestrand in der Köpenicker Straße und im Kiez der Prenzl’Berger Hinterhöfe sowie zu guter Letzt - über kulinarische Schnabuliergenüsse in der Gourmet-Metropole

Vom Korrespondentenduo Marat Schacht und Johannes Pütz

Dass das Ostampelmännchen als letztes, piktographisches Wahrzeichen ausschließlich im Ostteil zu finden ist, sollte sich erst anlässlich dieser, Johannes’ vierter, Berliner Reise als Mär erweisen.
Gemeinsam lernten wir unsere, uns in jenen Tagen so sehr ans Herz wachsende Hauptstadt, die von der Hochkultur bis zum Hangar (tiefste Szene am Markgrafendamm 14/15, Nähe Ostkreuz, mit einem kleinen, wilden Garten zum Chillen bis in die Mittagsstunden) alles zu bieten hat, diesmal von einer anderen, ja skurrileren Seite kennen.

So war die Verwirrung auch groß als Captain Kamtschatka aka Marat ein Ostampelmännchen im Westen zuerst ganz in der Nähe des Lehrter Bahnhofs entdeckte. Die propagierte Legende begann zu bröckeln.

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Lehrter Bahnhof [Photo: Marat Schacht]

Als Johannes dann auch noch im tiefsten Osten Ecke Grenzlauer Allee/Marienburgerstraße in das grelle Licht einer typischen Westampel blicken musste, war das dann doch des Guten zu viel. Liebe Menschen von der privatisierten Stadtlicht GmbH, diese Ausleuchtung grenzt ja schon an Stasi 2.0. Doch dazu später noch!

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Oberbaumbrücke [Photo: HSBengl] via Hauptstadtblog

In den Nacht von Mittwoch zu Donnerstag auf der Oberbaumbrücke unterwegs vom U-Bahnhof Warschauer Straße kommend in Richtung Holzmarktstraße an der Spree entlang, fanden wir beiläufig in der Köpenicker Straße eine wunderschöne Spreestrandterrasse mit chilliger elektronischer Mugge und einer Strandtheke, an der wir leckere Cocktails gemixt bekamen.
Doch das Beste kommt erst noch. Wir kamen mit exotischen “Einheimischen” ins Gespräch.

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Das räumliche Spree-Terrain, indem wir uns bewegten via Ostgut

Schon bei Schiller steht geschrieben: “Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, Wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt“. So wurde unsere dionysische Idylle am Wasser jäh mit der penetranten Frage an Marat: “Bist Du getauft?” unterbrochen. Wer so gewillt ist, sich mit seinen Mitmenschen in Kontakt zu begeben, der scheint nicht nur absonderlich. Er ist es auch. Wie sich im weiteren Verlauf eines monologen Diskurses seitens eines missionierenden Wanderpredigers namens Thilo herausstellen sollte, dessen äußeres Erscheinungsbild schon sehr an Jesus erinnerte.

Auf Johannes’ Frage hin, was er so mache, antwortete er: “Ich studiere die Bibel.” “Den ganzen Tag?” “Ja, so sei es“. Da ihn selbst Lessings Ringparabel nur für einige, wenige Minuten in tiefes Nachdenken versetzte und er den allein seligmachenden Heilsanspruch seines Protestantismus unbeirrt weiter mit missionierendem Eifer (”Ich bin von Christus berufen, Euch seine Lehre zu verkünden.“) fortsetzte, waren wir nicht länger gewillt, uns diesem religiösen Fanatismus auszusetzen.

Es wurde langsam frisch und wir gesellten uns ein paar Meter weiter zu einem kleinen Lagerfeuer, um uns etwas aufzuwärmen. Kurze Zeit später trat aus dem schummrigen Gebüsch eine zwielichtige Gestalt und richtete urplötzlich den Zeigefinger auf uns. Es war besagter Thilo, der Marats Phototasche um die Schulter trug und sich damit Richtung Spree in Bewegung setzte.

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Photo: Marat Schacht

Dieser selbsternannte Scholastiker von Gottes Gnaden hielt sich schlechterdings für Jesus, auf dessen Fähigkeiten er sich unablässig berief.
Er prägte so grandiose Sätze wie: “Ich habe die Kraft, die Tasche in die Spree zu schleudern!” oder “Du wirst 200 Jahre in der Hölle brennen, Brillenschlange“. Wir hatten ihn schnell, ohne Anwendung von Gewalt, überwältigt und Marat die Phototasche wieder an sich gebracht, sodass uns im Nachhinein diese sonderbare Geschichte im Fundus Berliner Restrealitäten zum Schmunzeln bringt. ;-)

In der Nacht von Sonntag auf Montag war der in der Nähe des Spreestrands gelegene Elektro-Club Maria am OstbahnhofThe place to be“ … so dachten wir zumindest. Leider hatte gerade dieser Tage ein altbekannter Club namens „Tresor“ seine Pforten wieder geöffnet und sog das Publikum aus jedem noch so gut besuchten Szene-Schuppen an sich. So kam es, dass der Freund der elektronischen Tanzmusik im „Maria“ am besagten Abend (trotz 300 Besuchern) nun viel Platz zum Tanzen hatte. Der guten Stimmung tat es keinen Abbruch und auch gegen fünf Uhr morgens steppte der Bär immer noch schier unermüdlich. Kein Wunder! Legten die Berliner Eigengewächse „Jubilee“ und „Elektrixx“ doch düstere Elektroklänge vom feinsten auf die Teller, welche von skurrilen Loops visuell untermalt wurden, beispielsweise mit dem sowjetischen Kosmonauten Gagarin.

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Weltuhr mit Kamtschatka auf 4 - Berliner Zubettgehzeiten ;-)

Lediglich draußen ging so langsam das Licht an. Und wo auf der einen Spreeseite sich der ein oder andere Gast eine Pause gönnte, endete zeitgleich die Nachtruhe derer, die sich auf der anderen Seite ihren Weg zum Arbeitsplatz bahnten. „Zwei Welten“, wie Johannes treffend formulierte.

Für unsere Welt war die Nacht noch lange nicht vorbei. „Hinten im Hangar könnt ihr bis 13 Uhr weiter feiern!“, verriet uns ein Berliner Party-Urgestein. Dankbar für die Information machten wir uns sogleich auf den Weg… nach Hause. Wir wären auch fast fünf Meter weit gekommen, wäre da nicht diese freche Ossi-Göre gewesen.

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Sternradio am Alex [Photo: Marat Schacht]

Gerade im Begriff an ihr vorbei zu flitzen, versuchte uns dieses 22jährige blonde Geschöpf, nach eigenen Angaben in Mitte geboren, in Marzahn aufgewachsen und in Pankow lebend, mit den Worten “Wo wollen denn unsere beiden Sternchen noch hin?” auf zugegebenermaßen nicht ungeschickte Art und Weise in ein frühmorgendliches Tête-à-Tête zu verwickeln. “Der Dichter (Marat) und sein Denker” - so waren ihre lakonischen Worte bezüglich dessen, wofür sie uns zu halten schien - oder eben auch nicht. Dabei war sie zumindest augenscheinlich gewillt, uns analog des gleichnamigen Romans in ihre eigene satirische Märchenwelt zu entführen. Fasziniert verweilten wir trotz latenter Müdigkeit einige Zeit in ihrer Nähe.

Weniger beeindruckt von dem, was sie sagte, als vielmehr wie sie es sagte. Nur leider konnten wir ihren kruden Gedanken angesichts der leicht fortgeschrittenen Uhrzeit zu ihrer spürbaren Mißliebigkeit nicht mehr ganz folgen. In einem dialektbehafteten Sprachduktus, der alles andere nur nicht langsam war, betete die Pankower Kunstfee Gedichte und Spruchweisheiten ihrer verehrten Großmama runter wie religiöse Menschen das Glaubensbekenntnis. Dann photographierte sie Marat auch schon für ihre Sammlung. Für welche blieb am Ende offen. Derweil brabbelte unsere Märchenfee schon ihrem nächsten Opfer zur Linken den gleichen Text ins Ohr. Dieser machte bereitwilligere Anstalten ihr ins narrative Nirwana zu folgen. Wir nutzten unterdessen die günstige Gelegenheit, um uns aus dem Staub zu machen und fielen wenig später todmüde ins Bett.

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Mit der Exilregierung aka Fabian B. (2.v.l.) im Sternradio

Pünktlich zum Frühstück am Nachmittag erwachten wir aus unserem Schönheitsschlaf. Der Blick zur Phototasche – sie „duftete“ immer noch dezent nach dem Jesus ähnlichen Individuum von Mittwoch Nacht. Der Blick zum Handy – Behnke hat noch nicht angerufen. Der Blick zur Uhr – 15:30!

Nach zwei bis drei Telefonaten unseres Mewi-Kollegen, der zufälligerweise zur gleichen Zeit in Berlin residierte, ließen wir Taten folgen. Die erste Tour zusammen mit Fabians Freunden ging Richtung „Spindler and Klatt“, einem Chicky-Micky Club, der seinem Namen sogleich alle Ehre machte und unserer schnieken Crew partout den Einlass verwehrte. Nicht verzagen, zitty fragen. Das Party-Orakel meinte es gut mit uns und so landeten wir schließlich im Sternradio, wo wir bis in die frühen Morgenstunden zu Deep House tänzelten und uns am Anblick anderer Partygäste ergötzten. Wir sind eben nicht von hier. Wir kennen sowas nicht!

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Lageplan der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg

Städtebaulich gentrifiziert und architektonisch sehr reizvoll erlebten wir in der Nacht von Freitag auf Samstag das an Mitte angrenzende Szeneviertel Prenzlauer Berg mit seinen kultigen Hinterhöfen rund um die ehemalige Kulturbrauerei und den Pfefferberg.
In die Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg gerieten wir ebenso beiläufig wie in so manchen Hinterhof, wo wir uns plötzlich im tiefsten Kiez wiederfanden.
Sabine Graßmann gibt in ihrer Rezension das dortige in Ostzeit/Westzeit. Aufbrüche einer neuen Kultur von Helmut Böttiger, seines Zeichens Berliner Kulturkorrespondent der Frankfurter Rundschau, beschriebene Lebensgefühl wie folgt wider:

„Eine tragische und eine ironische Gesellschaft stoßen aufeinander. Eine ernste und tiefe auf der einen Seite, und auf der anderen eine, die vor allem die Oberfläche kultiviert. Beide sind deutsch.“ Bei seinen Streifzügen durch die Kneipen im Prenzlauer Berg beobachtet er, wie Ost und West sich durchdringen. „Wo anfangs die typischen Ostintellektuellen, die Brechtkopien und die Vollbärtigen, ihre Piroggen bestellten, zeigen sich jetzt längst die zugereisten Düsseldorferinnen im Designerkleid.“

In Berlin, so der Autor, müssen Ost und West zwangsläufig Notiz voneinander nehmen, es gibt erste Anzeichen dafür „wie die Post-DDR unter den neuen Gegebenheiten mutiert, wie hier ,Aktivität‘ und ,Individualität‘ entsteht, ohne deren bürgerliche Formen zu meinen. In Westberlin merkt man schon, daß das auch für den Westen Veränderungen mit sich bringt. Nur die Westdeutschen merken noch nichts.“ Sie versuchen immer noch, das westliche Selbstverständnis auf den Osten zu übertragen. Der aber zeigt sich trotzig. Er widmet den Westen um, während der sich noch ganz sicher fühlt.

„Und plötzlich gibt es den Westen gar nicht mehr - ein ästhetischer Vorschein deutscher Zukunft.“

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einer der Innenhöfe am Hackeschen Markt [Photo: Johannes Pütz]

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Marats Namensgenossen oben links im Bild :D

In den Hackeschen Höfen/Ecke Oranienburger Straße entdeckte Johannes dieses vergoldete Türschild. Warum Marat diesen Teil seiner der Juristerei verschriebenen Verwandtschaft bisher unerwähnt gelassen hatte, bleibt selbst nach der Reise ein Geheimnis. Beim nächsten Mal haben wir jedenfalls eine noch zentralere Herberge. ;-)

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Dieses Plakat fanden wir bei einem unserer nächtlichen Streifzüge in der Sophienstraße. Mit dem Konterfei des Bundesinnenministers wird vor dem Überwachungs- und Polizeistaat gewarnt. Nirgends scheint das Leben politischer als in der Hauptstadt. Kurioserweise entdeckten wir dieses mal wieder in einem gentrifizierten Ostbezirk, den Hackeschen Märkten.

Ohnehin spielt sich das kulturelle Leben der tiefsten Hauptstadtszene im Osten ab, wie Marat es treffend formulierte. Hinter den Bauten, dem Kiez und den Menschen in Friedrichshain, Pankow oder Prenzl’Berg stehen nunmal die spannenderen Geschichten, die es auszubaldowern und zu erzählen sich lohnt.

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Die Stalinbauten beim Fernsehturm gleich links [Photos:M.Schacht]

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Impressionen aus der Karl-Marx-Allee [Photo: Marat Schacht]

Die verfilmte Karl-Marx-Buchhandlung in der Karl-Marx-Allee aus Florian Henckel von Donnersmarcks oscarpreisgekröntem Streifen Das Leben der Anderen ist realexistent. Noch mehr Werbung geht wohl kaum. Doch langsam scheinen auch hier im wahrsten Sinne des Wortes die Lichter auszugehen. Weshalb die eine Hälfte des Ladens vorübergehend leersteht, erklärt zumindest dieser Artikel in der taz.

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In der Krummen Straße [Photo: Linda Link] via HSB

Die Ligatur der Berliner Straßenschilder (wie hier in der Krumme Straße, wo vor genau vierzig Jahren Benno Ohnesorg erschossen wurde) mit schwungvollem ’sz’ statt ’ss’ verkörpert immer noch einen Hauch restrevolutionären Charme - in diesem Fall gegen die neue deutsche Rechtschreibung.

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Straße der Pariser Kommune mit Blick auf die Karl-Marx-Allee

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Photo: Marat Schacht

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Cafe Moskau in der Karl-Marx-Allee [Photo: Marat Schacht]

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Karl-Marx-Allee [Photos: Marat Schacht]

Auf dem Mittelstreifen der Karl-Marx-Allee bietet sich ein imposantes Bild mit den zu beiden Seiten flankierenden Türmen. Breite, Länge und Symmetrie der Allee sind Charakteristika sozialistischen Städtebaus ganz im Sinne der DDR-Prachtparaden von einst.
Fasziniert vom Ostflair einer bis dato kaum gentrifizierten Karl-Marx-Allee wird sich Johannes zum nächstem Geburtstag diese Modellbauten als Faltplatte für Tüftler wünschen. :D

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Photo: Marat Schacht

Bei diesen langen Alleen ist es nachdrücklich zu empfehlen, Berlin mit dem Rad zu erkunden. Zumal nach schätzungsweise hundert Kilometern Fußmarsch in sieben Tagen irgendwann die beste Sohle qualmt. Selbst bei großstadterprobten Laufschuhen!

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Russisches Ehrenmal in der Straße des 17. Juni [Photo:M.Schacht]

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Kollhoff-Gebäude am Potsdamer Platz [Photo: Marat Schacht]

Zu Fuß erreichten wir auch nur entlang der Straße des 17. Juni das Russische Ehrendenkmal und die Siegessäule, da der Alleenring rund um das Brandenburger Tor wieder einmal abgesperrt war. Die Siegessäule, das Wahrzeichen der Hauptstadt, wird von den Berlinern auch gerne Goldelse genannt und ist mit 67,5 Metern Höhe neben dem Fernsehturm, dem Funkturm und dem Glockenturm sowie dem Park Inn am Alexanderplatz und dem Kollhoff-Gebäude am Potsdamer Platz die sechsthöchste Erhebung Berlins.

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Siegessäule am Großen Stern [Photo: may] via Hauptstadtblog

Von hier aus machte Marat diese Aufnahmen über Berlin.

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Photos: Marat Schacht

Nach diesen anstrengenden Erkundungen des Berliner Nachtlebens und der unzähligen Sehenswürdigkeiten, hielten wir zur Revitalisierung in lukullischen Schnabulierlokalitäten Einzug. Auch für Gastro-Freunde guter Küche hat die Metropole an der Spree einiges zu bieten.

Ein besonders leckerer Gaumengenuss war die Empfehlung des Indochinarestaurants Monsieur Vuong in der Alten Schönhauser Str. Wer vietnamesisches Essen schätzt, kommt hier auf seine Kosten.

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Quelle: Monsieur Vuong

In diesem taz-Interview erläutert Monsieur Vuong uns sein Konzept:

“Sie haben hervorragendes Essen, gar keine Frage

Danke

aber Sie haben es auch geschafft, eine bestimmte Szene anzusprechen. Man will zu Monsieur Vuong, weil es hip ist.

In Mitte konzentriert sich eine bestimmte Zielgruppe, die sehr offen ist und deren Lebensgefühl wir eben ansprechen. Hier lebt eben nicht nur die alte DDR-Struktur, sondern eine internationale Szene von Künstlern, Kreativen, Studenten und ein paar Prominente. In Marzahn oder Hellersdorf würde unser Konzept gar nicht funktionieren. Dort gehen die Leute lieber ins China-Restaurant mit Goldverzierungen.

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Das beste Eis der Hauptstadt genossen wir bei heißen Temperaturen in den Arkaden am Potsdamer Platz zusammen mit Stefany, die wir zur Frühstückszeit (15.30 Uhr! ;-) ) in der Jugendherberge kennenlernten (wir übernachteten gemeinsam im 14-Bett-Dorm Berlin in der Kluckstraße).

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Natalie Tenberg schreibt in ihrer Gastro-Kritik:

“Die Potsdamer Platz Arkaden sind langweilig und nichts sagend. Kaum sieht man sie, hat man sie wieder vergessen. Charakter und Eleganz findet man in Berlin an anderer Stelle. Was es aber in Berlin nirgends in solch erstaunlicher Perfektion gibt wie hier, das ist italienisches Eis.”

Wir bestätigen diese Einschätzung. Sehr zu empfehlen ist dort der Pizza-Eis-Teller mit vielen frischen Früchten und der Erdbeer-Becher im Caffe & Gelato. Einfach mit der Rolltreppe ins 1.OG rauf und gleich links. Unser Dank gilt Anne für den verführerischen Tipp.

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Mensa Nord der HU via Studentenwerk Berlin

Am Dienstag schnabulierten wir in der Mensa Nord der Humboldt-Universität in der Reinhardtstraße neben dem Deutschen Theater. Dank an Nadja für den ausgezeichneten und günstigen Schnabuliertipp. Es gab Beelitzer Spargel.

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kataklystische Wetterlage auf Berliner Straßen [Photo:M.Schacht]

Angesichts des schlechten Wetters und medienwissenschaftlich motiviert besuchten wir am Dienstag eine Veranstaltung zum Thema Nachhaltigkeit und Medien, die vom Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität veranstaltet wurde.
Als Gastdozent hörten wir Steffen Grimberg aus der Medienredaktion der taz, dessen Vortrag “Alle schreiben vom Wetter - oder: Welche Rolle spielen Medien im Umweltdiskurs?” sich damit beschäftigte, inwiefern es der medialen Berichterstattung gelingt, das Modewort Nachhaltigkeit qualitativ in den öffentlichkeitswirksamen Diskurs einzubetten.

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Sonnenanbeter in einem Berliner Park via berlinonline.de

So manches bleibt augenblicklich noch unerwähnt, einiges wird zumindest konserviert, vieles wiederum gilt es beim nächsten Mal zu entdecken. Sofern das Wetter dann mitspielt, tun wir es den Abgebildeten gleich und freuen uns schon aufs Nackt- nebst ausgiebigem Sonnenbaden am Schlachtensee.

6 Reaktionen zu “Reminiszenzen entlang Berliner Restrealitäten”

  1. Exilregierung

    X-Berg = WEST-Berlin!
    Habe ich schon erwähnt, dass eine entfernte verwandte für die Goldelse Modell gestanden hat? :-D

  2. Piesty

    “Die Ligatur der Berliner Straßenschilder […] mit schwungvollem ’sz’ statt ’ss’ verkörpert immer noch einen Hauch restrevolutionären Charme - in diesem Fall gegen die neue deutsche Rechtschreibung.”

    Diesen Absatz verstehe ich nicht oder ich verstehe die neue deutsche Rechtschreibung nicht: Straße bleibt Straße mit “ß”. Da hat ein Doppel-S ohnehin nichts verloren.

  3. SanMiguel

    Hatter Recht der Piesty, laaaaaanggezooooogene Vokale immer schön mit “ß” schreiben.

    Schöne Fotos hast du/hat Marat/habt ihr da teilweise gemacht!!!

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