Wiki - des Bildungsbürgers kollektiver Wissensspeicher?

Mrs. Bunz fragt hier, ob Wikipedia den Bildungsbürger retten kann?

Ich möchte den Fokus der Frage geringfügig in eine andere Richtung lenken:

Hat sich nicht das Ideal vom Bildungsbürger gerade in Zeiten des Web2.0 diametral gewandelt? Meines Ermessens ist die Frage eventuell anders zu stellen: verliert der das netznegierende, netzkulturpessimistische Bildungsbürger den Zugang zum Diskurs? Entsteht dadurch vielleicht gerade die Prekariatsfalle der einstigen Bildungselite.


WikiDas Web2.0 erfordert meiner Meinung nach netzwerkaffine Kompetenzen, die die einstige Bildungselite ebenfalls erst Erlernen muss. Sein geballtes Wissen diskurseffizient im Netz zu platzieren, ist heute mitunter die alles entscheidende Kompetenz. Wissensbasierte Plattformen zeichnen sich durch Crossmedialität aus. Die Relevanz von Wikis nimmt dabei zu. Qualitätssteigerung und -sicherung werden dabei in Zukunft noch verstärker in den Fokus treten als bisher. Wissen ist somit erstmals ubiquitär. Eine kompetente Einordnung liefert aber erst das Einbetten in Diskurse, die aufgrund entsprechender Hyperlinks auch für bildungsfernere Schichten verständlicher vermittelt werden können. Insofern ist das Wiki als kollektiver Wissensspeicher im Netz nicht mehr wegzudenken. Gerade für den Bildungsbürger, der die Anwendung seines Wissens hier unter Beweis stellen kann.

Hinweis: Der Beitrag wurde als Kommentar zunächst hier veröffentlicht.

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